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Erste Schritte im Forum => Öffentliches Teilen => Thema gestartet von: N009 in 11.01.2025, 03:15:40 CET

Titel: Mißbrauch und Sexualität 2/?
Beitrag von: N009 in 11.01.2025, 03:15:40 CET
Ich bin Nikolaus, hi

Was ist darf sein
Und was sein darf
Kann sich verändern.
W.B.

Samstag 4.1
[ät]liebevoller Elternteil
Ich bin da. Ich sehe, wie gestresst Du gerade bist. Es wird wieder besser.

Sonntag 5.1 4:00 Uhr
Vor einer Stunde aufgewacht. Am Freitag morgen war ich bin Rehasport und hab mal wieder sehr viel gemacht und habe seit dem nächsten Morgen Schmerzen.

[ät]liebevoller Elternteil
Ich bin da. Das tut mir leid. Das ist aber auch doof. Seit Monaten geht es Dir so, daß Du Dich bei Sport/Bewegungsübungen immer wieder verletzt. Das ist ein sehr tiefes Muster in Dir Dich durch Aktivität aus seelischer Not befreien zu wollen. Das ist nicht Deine Schuld. Diese Coping/Bewältigungsstrategie hat ja auch oft geholfen. Du bist auf einem guten Weg. Ich glaube an Dich. Du lernst da gerade etwas und das dauert leider oft. Du schaffst das.

[ät]inneres Kind
Ich bin da. Tut mir leid, daß Du nicht mehr schlafen kannst. Und Dir der Rücken weh tut. Das ist nicht Deine Schuld.

[ät]höhere Macht
Mach Du.

Ich arbeite seit Tagen/Wochen an einer Beelterung, die mir sehr schwer fällt. Ich versuche diesem Kind beizustehen, was in sehr frühem Alter sexuell mißbraucht wurde.

Gestern im Café daran gearbeitet
Meine höhere Macht, hat mir gesagt ich sollte mich zu dem Kind dazu stellen und seine und meine Gefühle aushalten.
Das war so traurig und so schmerzhaft, daß ich erstmal Kuchen bestellen musste.

Ich habe bei der Arbeit daran  gestern gefühlt, wie überfordernd das war und ist für das Kind, als Kind, mit erwachsener Sexualität konfrontiert zu sein. Wieviel Angst das auslöst.

Seit damals  ist das Gefühl sexuelle Erregung und Angst für mich miteinander gekoppelt.

Das heißt es gibt keine sexuellen Gefühle ohne Angst für mich. Und Scham tobt da auch noch rum.

In meiner letzten Therapiestunde habe ich mit der Therapeutin mal sehr genau über meine sexuellen Gefühle und Fantasien gesprochen und Sie hat mir vermittelt, daß all meine Gefühle und Fantasien ganz "normal" und okay wären. Was auch wieder beängstigend für mich war und ist.

Gestern ist mir beim Schreiben klar geworden, daß meine Bedürfnisse und Fantasien eben nicht "normal" sind, sondern aus dem erlebten Mißbrauch entspringen.

Ich weiß noch gar nicht wie Sexualität aussieht, die nicht gegen mich mißbräuchlich ist.

Wie soll ich meinem inneren Kind dabei beistehen mit seinen sexuellen Gefühlen klar zu kommen, wenn ich als "Erwachsener" da selbst voller  Verunsicherung bin.

Ich konnte dem Kind schonmal sagen, daß es angemessen ist, wenn er sich nach gehalten sein und gestreichelt werden sehnt und das er das verdient hat.

Diese Beelterung ist aber noch etwas lahm. Ich glaube das selbst noch nicht, daß ich berechtigt bin und mir/ihm die Erfüllung meiner/seiner Bedürfnisse zustehen.

In meinem Elternhaus war das alles nur furchtbar. Ich kann mich an keinerlei liebevollen Körperkontakt erinnern.

Doch eine Sache meine Oma mütterlicherseits hat mir manchmal mit der Hand über die Backe gestrichen. Sie hatte so eine kalte Hand, aber das war nicht schlimm.

Mit meiner Frau lerne ich gerade zu kuscheln. Aber ich schäme mich sofort, wenn ich das teile.

Es gibt eine schöne Erfahrung. Zwar löst Körperkontakt oft bei mir die Angst/Erregungsreaktion aus, ich mach aber die Erfahrung, daß im fortlaufenden Körperkontakt die Angst/Erregungsreaktion weg geht und es anschließend angenehmer ist. So richtig angstfrei bin ich da noch nicht.

[ät]liebevoller Elternteil
Ich bin da. Ich weiß, wie anstrengend das Thema für Dich ist. Eines Tages werden alle Gefühle einfach und selbstverständlich für Dich sein. Du leistet da eine schwere und gute Arbeit gerade.

Danke.
PN gerne
Nikolaus