Hi, Lea hier.
Ich habe die Feiertage ganz gut überstanden. Ich bin nicht nach Hause gefahren. Ich wollte einfach mit meinen Freunden zusammen sein. Meine Eltern gehören zu dem Missbrauchsumfeld aus der Kindheit. Sie haben damals gar nicht ernst genommen, was mein Stiefbruder mit mir gemacht hat. Den Abstand nehme ich jetzt zu ihnen ein, den sie damals bei mir gezeigt haben. Was für Verräter. Ich bekomme manchmal richtige Wut. Dass ich in meiner Stadt geblieben bin, hat mir meine Kraft erhalten. Das fühlt sich schön an.
Danke euch und ein schönes neues Jahr!
Lea
Gut, dass du für dich sorgst und es dir so angenehm wie möglich machst!
Ich hab die Feiertage auch mit freunden verbracht und dann auch sehr ruhig zuhause. Früher habe ich sehr viel Alkohol getrunken und das war auch ganz schön anstrengend. Bin total froh, dass ich inzwischen mit Weihnachten und Co. ganz gut umgehen kann und bessere Strategien entwickelt habe.
Liebe Grüße und gute 24 h!
Danke Lea
Schön, daß Du mit Weihnachten einen guten/besseren Umgang gefunden hast.
G24H Nikolaus
Hallo onkonk,
danke für deine Antwort auf meinen Beitrag. Ich muss mich erst daran gewöhnen, dass jemand auf mein Thema mit dem Missbrauch antwortet. Ich bin immer sehr zurückhaltend, wenn ich in meinem Freundeskreis davon erzähle. Auch wenn meine Freunde sehr nett sind, hat (wahrscheinlich) niemand von ihnen einen Missbrauchshintergrund. Das Weihnachten mit ihnen war viel authentischer als mit meiner Familie. Auch weil es nicht so viel Tamtam drumherum gegeben hat. - Bei dir hört sich dein Weihnachten fast schon routiniert gut an. Herzlichen Glückwunsch. :)
Liebe Grüße auch für dich.
Lea
Zitat von: N009 in 08.01.2025, 14:51:47 CETDanke Lea
Schön, daß Du mit Weihnachten einen guten/besseren Umgang gefunden hast.
G24H Nikolaus
Hallo Nikolaus,
danke für deine Antwort. Ich glaube am meisten hat mir gefallen, dass es mit meinen Freunden nicht so anstrengend war wie mit meiner Familie. Das hat gut getan.
Liebe Grüße
Lea
Zitat von: Lea in 14.01.2025, 02:37:38 CETHallo onkonk,
danke für deine Antwort auf meinen Beitrag. Ich muss mich erst daran gewöhnen, dass jemand auf mein Thema mit dem Missbrauch antwortet. Ich bin immer sehr zurückhaltend, wenn ich in meinem Freundeskreis davon erzähle. Auch wenn meine Freunde sehr nett sind, hat (wahrscheinlich) niemand von ihnen einen Missbrauchshintergrund. Das Weihnachten mit ihnen war viel authentischer als mit meiner Familie. Auch weil es nicht so viel Tamtam drumherum gegeben hat. - Bei dir hört sich dein Weihnachten fast schon routiniert gut an. Herzlichen Glückwunsch. :)
Liebe Grüße auch für dich.
Lea
Ich möchte dich darauf hinweisen, dass du von der Annahme ausgehst, dass deine Freunde alle so etwas oder etwas in der Art nicht erlebt haben. Dabei ist die Statistik dafür tatsächlich sehr hoch. Ich kann auch verstehen, dass es sich nicht so angenehm anfühlen kann, darüber mit Freunden zu sprechen. Vielleicht ist es erst mal besser, mit der SIA Gruppe das darüber sprechen zu üben oder mit Therapeuten. Ich kann dir aus meiner Erfahrung erzählen, dass es sehr gut tun kann, sich bei seinen engen Freunden zu zeigen und komplett gesehen zu werden. Die Liebe, das Verständnis und der Trost können sehr heilsam sein. Auch das Gefühl, nicht mehr allein zu sein, ist wundervoll. Dafür ist es auf jeden fall dienlich, wenn das erzählt nicht so eine große emotionale Ladung mehr hat, sondern zumindest größtenteils verarbeitet ist!
Ehrlich gesagt dieses Weihnachten war das erste, bei dem ich keine Schuldgefühle hatte, nicht mit der Familie zu sein. Das hat es aber noch wunderbarer gemacht! :)
Hallo onkonk,
Deine Antwort geht sehr tief. :) Danke Dir.
Bei mir war es lange Zeit so, dass ich mit meinen Gedanken, die ja Fragmente von meinen Erinnerungen hatten, mit niemandem teilen konnte. Das fing in der Kindheit an. Natürlich hätte ich gern auch mit meinen Eltern darüber gesprochen, warum sie wie sind und dass sie Dinge tun, die mir weh tun. Sie waren diejenigen, die traumatisierten in viellerlei Hinsicht. Dann ging ich mit meinen Symptomen (mutig wie ich war) zu einem Arzt, der auch Therapeut war und erzählte von meinen Symptomen: Antriebslosigkeit; nicht genau wissen, was ich mit meinem Leben machen soll; Angst, auf andere zuzugehen; etc. Als Fazit unserer Unterhaltung sagte er mir, dass ich von meinen Eltern wohl zu sehr verwöhnt worden bin, er meinen Lebenswandel zwar tragisch findet, er aber nichts für mich tun kann und dass ich wahrscheinlich in einer Ehe lande, in der meine Frau mich beherrschen wird, weil ich solche Frauen ja anziehe. Und er meinte außerdem, dass er zwar einige wenige kenne, die wie ich waren und die es geschafft hätten, selbstständig zu werden. Dass er aber das bei mir nicht erkennen kann. - Wow, was ein .... !
Natürlich habe ich dann erst einmal zwei Jahre nichts mehr für meine Symptome unternommen, weil mir ja wieder eingeredet worden war, dass ich die Ursache von meinen Symptomen bin. Ich bin also zu jemandem gegangen, habe angefangen von mir zu erzählen und wurde von ihm retraumatisiert.
Erst nach weiteren 2 Jahren in meiner ersten Gesprächstherapie bei einer "normal" empathischen Therapeutin bin ich auf die SIA-Gruppe gekommen. Dort gab es TeilnehmerInnen, die nicht nur nicht wegliefen, wenn ich von meinem Thema erzählte. Ich konnte auch ihnen zuhören, weil sie fast genau die selben Empfindungen und Lebensläufe hatten, wie ich auch.
Im Laufe der Jahre kamen dann immer mehr Bekannte und später auch Freunde aus 12-Schritte-Gruppen hinzu. Es war allen gemeinsam, dass sie bei sich blieben, dass sie nicht über Grenzen gingen, dass sie einem nicht sagten, was man machen soll und dass man jeder Zeit auch über Gedanken aus der Traumawelt erzählen konnte (wenn natürlich nur in einer abgeschwächten Form).
Ich habe es für mich einmal so geklärt, dass Menschen, die gern Fußball spielen sich gern in einem Fußballverein treffen. Ich treffe mich gern in mit Menschen, die gern reflecktieren, was sie wahrnehmen, die bei sich bleiben, die einem nicht sagen, was man tun soll, die an ihren Traumata arbeiten und sich in ihrem Leben weiterentwickeln, die sich auch an kleinen Dingen erfreuen können und die ein offenes Herz haben oder daran arbeiten. .....
So hat jeder seins und ich meins. :D :D
Tatsächlich ist es aber auch in der heutigen Zeit viel einfacher, aufeinander zuzugehen und einmal das ein oder andere aus der Vergangenheit anzusprechen bei Bekannten oder Freunden. Es wird einfach nicht mehr so abgeblockt, wie vor 40 Jahren. Das ist wunderschön! Schließlich unterhält man sich ja nur über die Realität.
Danke euch fürs Teilen.
Liebe Grüße und gute 24 Stunden,
Andreas
Ich danke euch sehr für eure Antworten.
Ich bin erst am Anfang und traue mich noch nicht, mir so viele Gedanken zu machen wie ihr. Ich merke nur, dass ich Angst habe vor dem Gedanken, anderen von mir zu erzählen. Mir fällt dann die Atmosphäre zuhause ein. Ich konnte dort nicht erzählen, was ich dachte. Es fielen dann alle über mich her. Vor allem mein Stiefvater und sein Sohn, der mich ja auch missbraucht hat. Ich hatte dann das Gefühl, dass ich still sein muss, weil sonst unsere "Familie" auseinander föllt.-
ok. Mehr erst mal nicht heute.